Radreise Sommer 2013

 
Dauer: 21 Tage
Zeitraum: 20.07.13 - 09.08.13
Entfernung: 1578 km
Bereiste Länder: Deutschland
Österreich
Italien
Kroatien
Slowenien


1. Tag
Grafenau - Passau - auf Innradweg und B12 bis Braunau - Unterer Weilhartsforst.130 km
Übernachtung: Zelte im Weilhartsforst


2. Tag
Ach - Tarsdorf - Ostermiething - St. Georgen - Oberndorf - Salzburg - Hallein. 80 km
Übernachtung: Campingplatz Hallein

 
Von Ach hat man man über die Salzach eine schöne Aussicht auf Burghausen.



Salzburg


3. Tag
Hallein - Werfen - Bischofshofen - St. Johann - Schwarzach. 73 km
Übernachtung: Campingplatz Schwarzach

Salzach bei Tenneck
 
 

Bergwelt bei Bischofshofen
 


4. Tag
Schwarzach - Dorf Gastein - Bad Hofgastein - Bad Gastein - Böckstein Bahnhof. 46 km
mit dem Zug durch die Tauernschleuse nach Mallnitz
Übernachtung: Campingplatz Mallnitz



Auf einem Wirtschaftsweg fährt man von Schwarzach zum Klammtunnel. Hier geht es ziemlich auf und ab.
 


Gasteiner Ache
 

Einfahrt in den Klammtunnel (1600m lang)


Bis Dorf Gastein verläuft der Radweg neben der B167.


Bad Gastein. Bis zur Brücke sind es noch ettliche Höhenmeter. Das steilste Stück muss ich schieben.
 

Kurze Fotopause auf der Brücke. Anschließend gönne ich mir noch eine Tasse Kaffee, dann gehts weiter hinauf nach Böckstein.


Das Prozedere für die Fahrt durch die Tauernschleuse ist ganz simpel. Man fährt an der Autoschlange vorbei zum Schalter, bekommt für 5 Euro ein Ticket und fährt dann zum Wagon, der Fahrräder mitnimmt. Zum Einsteigen muss man das Gepäck nicht abnehmen, weil es keine Stufe gibt. Sehr praktisch sind im Wagon lange Gurte an der Wand mit denen man sein Rad sichern kann. (Habe ich in deutschen Zügen noch nie gesehen.)

Auf  dem kleinen Campingplatz in Mallnitz ist nicht viel los. Von 30 Stellplätzen sind nur ca. 5 besetzt. Neben mir bauen zwei Bergwanderer aus Sachsen ihr Zelt auf. Der ältere (um die 70) erzählt, dass er seit einem Monat mit Trekkinggepäck in den Alpen unterwegs ist, sein Sohn ist erst ein paar Tage mit dabei. Am nächsten Tag wollen die Beiden mit dem Zug zurück nach Deutschland.
Nachts regnet es stundenlang leicht und es wird relativ kühl. Ich habe keinen Schlafsack dabei, sondern eine leichte Daunendecke. Mit Pulli, langer Jogginghose und Socken wird mir aber doch so warm, dass ich gut schlafe.


5. Tag
Mallnitz - Obervellach - Spittal - Villach. 81 km
Übernachtung: Campingplatz Gerli in Villach

Von Mallnitz (1190 ü. NN) geht es in Serpentinen runter bis Obervellach (684 ü. NN).


Zunächst benutze ich den Radweg (hier bei Obergratschach). Um Zeit zu sparen, fahre ich von Spittal bis Villach auf der B100.



6. Tag
Villach - Arnoldstein - Tarvisio - Pontebba - Carnia. 98 km
Übernachtung: Zelte am Fluss Fella

Wie auf der letzten Etappe am Vortag vermeide ich die Radwege und benutze die Hauptstraßen.

Prächtiges Panorama im Gailtal.
 


Der Tunnel bei Coccau di sopra. (War aber wegen Bauarbeiten gesperrt.)


Kreiselkunst an der SS13 zwischen Tarvisio und Camporosso.


Sehr malerisch, das ausgewaschene Flussbett der Fella.


Auf dem Radweg der ehemaligen Bahntrasse wäre es bestimmt sehr schön zu fahren, das würde aber viel Zeit kosten.
Ich bin auf der SS13 sehr viel schneller unterwegs.


Dort oben verläuft der Bahntrassenradweg.


 

Die Brücke bei Carnia.
 


7. Tag
Carnia - Venzone - Gemona - Udine - Palmanova - Cervignano - Grado. 101 km
Übernachtung: Campingplatz Isola del Paradiso (2 Nächte)


8. Tag
Ruhetag. Ich radle zur Abwechslung ohne Gepäck durch Gegend und schaue mir Grado an. Nachmittags gehe ich in der Lagune schwimmen.

Grado
 


9. Tag
Grado - Monfalcone - Triest - Muggia - Ankaran. 91 km
Übernachtung: Campingplatz Ankaran

Gut erholt verlasse an diesem Sonntag Morgen Grado. Es herrscht lebhafter Urlaubsverkehr, aber die italienschen Autofahrer sind Radlern gegenüber sehr rücksichtsvoll, so dass ich eine angehneme Fahrt nach Triest habe.
In Triest verlasse ich die Hauptroute und fahre der Küste entlang, was sich als kluge Entscheidung erweist. Es herrscht kaum Verkehr, die Orientierung ist einfach und das Panorama wunderschön.

Küstenstraße bei Triest
 

Alle sind am Meer, die Triester Altstadt war dagegen wie ausgestorben.
 

Ich fahre weiter möglichst der Küste entlang über Muggia nach Slowenien, kurz nach der Grenze komme ich am Campingplatz bei Ankaran vorbei. Eigentlich wollte ich noch mindestens eine Stunde radeln, aber wer weiß, ob ich dann einen Zeltplatz finde. Also checke ich ein.
Der CP ist eine riesige Anlage mit 488 Stellplätzen, alles ist perfekt organisiert. Eine Nacht kostet 14 Euro, was sehr preiswert erscheint, immerhin gibt es einen direkten Zugang zum Meer.
Aufs Schwimmen am Abend verzichte ich dann aber lieber, das Wasser ist trüb und in Sichtweite befindet sich der Industriehafen von Koper.


10. Tag
Ankaran - Koper - Izola - Umag. 67 km
Übernachtung: Zelte wild, südlich von Umag

Von Ankaran bin ich nach wenigen km auf der Radroute "Triest - Pula" der Parenzana. Auf diesem Weg will ich vorest bleiben, solange dieser an der Küste entlang verläuft.

Idyllisch und oft schön schattig, die Parenzana (ehemalige Eisenbahntrasse).
 

Der Straßenbelag wechselt zwischen Asphalt und Schotter.
 

Tunnel gibt es hier einige...
 

Kurz vor der kroatischen Grenze verlasse ich die Parenzana und fahre Richtung Umag weiter. Beim vierten Grenzübertritt auf meiner Reise werde ich nun zum ersten Mal kontrolliert. Kroatien gehört zwar seit 1. Juli zur EU, aber noch nicht zum Schengen-Raum.
Ich folge der Beschilderung Richtung Umag, die Straße führt aber auch zur Autobahn nach Pula. Noch 1000 m bis zur Autobahn und 900 m zur Abzweigung nach Pula heißt es. Es ist aber umgekehrt, so dass ich 100 m auf der Autobahn fahre und dann die Ausfahrt Richtung Umag nehme.
Von hier sind es nur noch 10 km bis Umag. Diese hübsche Kleinstadt schaue ich mir gerne wieder an, war zuletzt vor 15 Jahren hier. Ich tausche auch Geld, in Kroatien zahlt man mit Kuna. In der Ferne hört man Donnergrollen. Ich fahre weiter nach Süden, bis Novigrad möchte ich noch mindestens.
Ich komme aber nicht weit, im Dörfchen Pelegrin kommt starker Wind auf, also doch ein Gewitter. Ich setzte mich in ein Häuschen an einer Bushaltestelle. Dann regnet es auch schon. Ich ziehe etwas Wärmeres an und warte zwei Stunden, dann ist der Spuk wieder vorbei. Weiter fahren lohnt sich jetzt nicht mehr, also radle ich runter zum Meer und schaue mich dabei gleich nach einem Zeltplatz um. An der Felsküste setze ich mich auf eine Bank und mache mir mein Abendessen (Käsesemmeln, Tomatensalat und Obst).

Nach einem Gewitter bei Pelegrin.
 


11. Tag
Umag - Novigrad - Porec - Vrsar - Klostar - Rovinj. 85 km
Übernachtung: Zelte wild, südlich von Rovinj

Nach dem Zeitverlust am Vortag möchte ich heute möglichst weit kommen. Bin schon um 6 Uhr aufgewacht und um ca. 7:30 Uhr fahr ich los. Noch ist auf der Landstraße nicht viel los, aber der Verkehr nimmt bald zu. Kroatische Autofahrer nehmen es beim Überholen mit dem Sicherheitsabstand nicht so genau. Besonders gefährlich ist es, wenn ein LKW mit hohem Tempo dicht an mir vorbei rast. Werde dann von einem heftigen Windstoß, oder auch -sog erfasst.
Ich komme aber gut voran. Porec lasse ich rechts liegen, heute keine Zeit für Stadtbesichtigung. Bei dem Küstenort Vrsar muss ich ca. 15 km ins Landesinnere, um den Limski-Kanal zu umfahren. Dabei muss auch ein langer Anstieg bewältigt werden.

Der Limski-Kanal
 

Tal, östlich vom Limski-Kanal
 

Zurück an der Küste bin ich auch schon in Rovinj. Mit GPS und Karte versuche ich, die richtige Straße nach Pula zu finden. Ich nehme eine gut ausgebaute Straße nach Süden, das muss passen, denke ich. Die Straße endet aber nach einigen km an einem Campingplatz. Doppelt ärgerlich! Erstens hätte ich das auf der Karte sehen können, und zweitens hatte ich einen einheimischen Radler gefragt, der mir versicherte, auf dem richtigen Weg zu sein. So muss ich wieder bis Rovinj zurück.
Von dort fahr ich noch ein Stück auf der richtigen Straße weiter und schlage in einem Wald mein Zelt auf.

Zeltplatz südlich von Rovinj
 


12. Tag
Rovinj - Vodnjan - Pula - Medulin - Liznjan - Sisan - Valtura. 57 km
Übernachtung: Zelte wild

Um 10 Uhr erreiche ich Pula, von hier möchte ich per Linienschiff nach Mali Losinj. In einem Tourist-Büro erkundige ich mich nach den Fahrzeiten. Abfahrt ist jeden Tag um 7 Uhr, aber donnerstags fährt kein Schiff, erfahre ich. Heute ist Mittwoch, ich müsste also bis Freitag warten. Das möchte ich nicht. Dann fahr ich eben mit dem Rad an Istriens Ostseite wieder nach Norden.

Pulas größte Sehenswürdigkeit, die Arena
 

Nach der obligatorischen Besichtigung der Arena, fahr ich aus Pula raus zu den südöstlich gelegenen Badeorten und gehe in der Bucht von Liznjan schwimmen.
Nachmittags fahr ich über Sisan noch ein Stück nach Norden. Ich möchte in der Nähe von Valtura in einer Bucht am Meer übernachten. Die "Straße" runter zur Bucht erweist sich aber als holpriger Schotterweg. Nach 2 km gebe ich mein Vorhaben auf. Wenigstens gibt es im Gebüsch neben dem Weg einen passenden Platz fürs Zelt.

Riesiger Hirschkäfer inspiziert am Zeltplatz mein Rad



13. Tag
Valtura - Marcana - Barban - Labin - Stepici. 58 km
Übernachtung: Zelte wild

Abfahrt ins Razatal.


Nicht nur Istriens Küste ist landschaftlich sehr reizvoll. Hier ein Tal bei Labin.


Zeltplatz bei Stepici.



14. Tag
Stepici - Vozilici - Plomin - Zagorje - Medveja - Opatija - Matulji - Mucici - Rupa. 66 km
Übernachtung: Zelte wild

Plomin


Herrliche Aussicht.


Die Küstenstraße ist wenig befahren. Der Hauptverkehr nach Rijeka verläuft durchs Landesinnere.


Bei Zagorje.


Sehr schöner Kiesstrand in Medveja. Habe hier ausgiebig gebadet.


Park in Opatija.


Nachdem ich Opatijas Fülle an Architektur bewundert habe, verlasse ich die Stadt Richtung Norden. Es geht gleich sehr steil bergauf, 300 m muss ich sogar schieben. An einer Kreuzung stehe ich dann vor einer unangenehmen Wahl. Geradeaus warnt ein Schild vor 25% Steigung, nach rechts ist die Weiterfahrt wegen einer Baustelle verboten. Ich entscheide mich für letzteres und habe Glück. Einen halben km weiter schiebe ich das Rad durch die Baustelle, ohne dass jemand daran Anstoß nimmt.
Nach Matulji nimmt der Kfz-Verkehr stark ab, aber es geht weiter ständig bergauf. Bis zum Zeltplatz kurz vor der Grenze zu Slowenien werden es insgesamt 440 Höhenmeter.


15. Tag
Rupa - Ilirska Bistrica - Pivka - Postojna - Planina - Kalce - Hotedrisca - Godovic. 89 km
Übernachtung: Zelte wild

Vor dem Grenzübergang Rupa wartet, von der Autobahn kommend, eine lange Fahrzeugschlange. Ich fahre daran vorbei, der Kontrollbeamte schaut kurz auf meinen Ausweis und winkt mich durch.
Auf der Landstraße in Slowenien ist vormittags schon sehr viel los. Praktisch der gesamte Urlaubsverkehr zwischen Rijeka und Ljublijana muss hier durch. Ich komme aber gut voran, ohne eine brenzliche Situation zu erleben.
Ab Postojna wird es auf der Straße wieder ruhig, die Blechlawine wälzt sich jetzt auf der Autobahn weiter. Meine Route führt nun nach Nordwesten, ich möchte etwas von den ländlichen, dünnbesiedelten Gegenden Sloweniens sehen.

Zeltplatz bei Godovic.



16. Tag
Godovic - Idrija - Straza - Cerkno - Gorenja Vas - Skofia Loka. 71 km
Übernachtung: Zelte wild

Schwinn-Bike, entdeckt in Idrija vorm Supermarkt.


Idylle an der Idrijca.


Morsche Brücke, wohl noch aus Titos Zeiten.


Idrijca (fotografiert von morscher Brücke aus).


Bei Straza verlasse ich das Idrijcatal und fahre in nordöstlicher Richtung weiter. Allerdings habe ich ein schlechtes Timing erwischt, vor mir liegen 500 Höhenmeter, die in der prallen Mittagssonne bewältigt werden müssen. Hilft aber nichts, nachmittags wird es nicht viel kühler sein. Mehrfach frage ich in den Dörfern nach Wasser, was ich auch immer bekomme, dazu gibt es noch gute Ratschläge bezüglich der Hitze. Einmal wird mir auch Kuchen angeboten, was ich aber dankend ablehne. Ich möchte die Gastfreundschaft dieser überaus herzlichen Menschen nicht ausnutzen.

Bei Cerkno, es wird bergiger.




Schnappschuss an einem steilen Anstieg.


Am höchsten Punkt des heutigen Tages. Ab hier geht es runter ins Poljanska Sora-Tal.


Am Abend erreiche ich Skofia Loka, eine schmucke Kleinstadt mit wunderschönen Fassaden in der Fußgängerzone.




Ich gehe bei einem Italiener essen und suche mir dann an dem kleinen Fluss vor der Stadt einen Platz zum Übernachten.


17. Tag
Skofia Loka - Kranj - Radovljica - Jesenice - Dovje. 63 km
Übernachtung: Campingplatz Dovje

Start vom Zeltplatz bei Skofia Loka.


Die Strecke nach Kranj ist noch ziemlich flach und schnell bewältigt. Von hier fahre ich nordwestwärts, parallel zur Karawanken-Autobahn. Es wird zunehmend bergiger.
Vor und nach Jesenice ist an einigen Abschnitten auf der Hauptstraße das Radfahren untersagt, dafür gibt es dann aber fast immer gute Radwege. Nur einmal ignoriere ich das Verbot, weil die Alternativstrecke aus einem schlechten Feldweg besteht. Keinen Menschen interessiert mein Fehlverhalten, auch ein Polizeiwagen überholt mich und fährt einfach weiter.
Um 18 Uhr treffe ich am Campingplatz bei Dovje ein. Es ist ziemlich voll, aber es gibt noch freie Stellplätze, wird mir gesagt. Also baue ich mein Zelt auf. Bis 21 Uhr kommen noch einige neue Gäste, so dass es um meinen Platz herum richtig eng wird. Der CP scheint ein Geheimtipp bei Tschechen und Slowaken zu sein. Kein Wunder. 7 Euro pro Tag für ein Zelt ist für die Voralpen wohl unerreicht günstig.


18. Tag
Dovje - Kranjska Gora - Wurzenpass - Villach. 44 km
Villach - Mallnitz mit der Bahn
Übernachtung: Campingplatz Mallnitz

Eingebettet zwischen den Bergen: Dovje
 



Radweg nach Kranjska Gora.
 

Kranjska Gora
 



Einfahrt zum Wurzenpass.
 

 

Vor dem steilen Wurzenpass hatte bei meiner Planung ziemlichen Respekt. Ich hatte befürchtet, dass ich schieben muss. Das kann ich aber knapp vermeiden. Mit exakt 4,0 km/h schleiche ich den steilsten Abschnitt hoch, was bei einer Entfaltung von 1,5 m im 1. Gang einer Trittfrequenz von 44 entspricht.
 

Bei der Abfahrt auf der österreichischen Seite bin ich vorsichtig. Ich fahre langsam, weil der Straßenbelag stellenweise sehr schlecht ist. Außerdem halte ich ein paar Mal an, um die heißgebremsten Felgen abkühlen zu lassen.
Nachmittags in Villach fahre ich zum Bahnhof, ich möchte mit dem Zug zurück nach Salzburg. Ich erfahre aber, dass im Gasteiner Tal keine Züge fahren, sondern Busse. Und die nehmen keine Räder mit. Also fahr ich mit dem Zug erstmal bis Mallnitz. Durchs Gasteiner Tal muss ich halt nochmal mit dem Rad fahren.
Der Campingplatz in Mallnitz ist diesmal bis auf den letzten Platz besetzt. Der Inhaber, ein Bergbauer im Ruhestand, erklärt mir aber, dass ihm die angrenzende Wiese auch gehört und dass ich mein Zelt dort aufbauen kann. Als ich ihn frage, ob ich gleich bezahlen soll, winkt er nur ab und meint, "Lassen sie's gut sein..."


19. Tag
Mallnitz - Böckstein mit Bahn
Böckstein - Bad Gastein - Dorf Gastein - Schwarzach. 44 km
Schwarzach - Freilassing mit Bahn
Freilassing - Tittmoning - Burghausen - Haiming. 58 km 
Übernachtung: Zelte wild

Das Gasteiner Tal durchfahre ich zügig, so dass ich bereits um kurz nach 11 Uhr in Schwarzach am Bahnhof bin. Um 11:24 Uhr geht mein Zug und um 13 Uhr bin ich in Freilassing. Am liebsten würde ich jetzt nach Landshut radeln und weiter über Isar- und Donau-Radweg nach Hause. Weiß aber nicht, wie ich nach Landshut kommen soll. In der Bahnhofsbuchhandlung gibt es jede Menge Wanderkarten, aber keine Straßenkarte von Oberbayern. Also beschließe ich, zunächst auf der B20 Richtung Niederbayern zu fahren.
So radle ich bis Burghausen auf der B20, bzw. falls vorhanden, auf Rad- und Wirtschaftswegen. Nördlich von Burghausen führt ein Radweg in ein Waldgebiet, dort suche ich mir einen Zeltplatz.


20. Tag
Haiming - Marktl - Eggenfelden - Landau/Isar - Plattling - Deggendorf - Niederalteich. 119 km
Übernachtung: Zelte wild

Mittags in Eggenfelden entscheide ich mich, nicht den kürzesten Weg über Passau zu nehmen, weil ich dann auf der stark befahrenen und steigungsreichen B85 in den Bayerwald hinein müsste. Ich bleibe stattdessen noch 30 km auf der B20 bis Landau, von da komme ich auf Radwegen bis fast nach Hause. Diese Route ist aber auch nicht unproblematisch. Einige Möchtegern-Sheriffs sind anscheinend der festen Überzeugung, dass Radler auf einer Bundesstraße nichts zu suchen haben und fahren dicht an mir vorbei, wobei sie lang anhaltend hupen. Aber auch das überstehe ich unbeschadet und erreiche schließlich Landau. Jetzt geht es erholsam der Isar entlang.

Am Isarradweg bei Landau.
 

Gurkenernte bei Deggendorf.
 

Am Abend treffe ich an der Donau bei Niederalteich zwei Radler aus Weiden, die bereits ihr Zelt aufgebaut haben. Nach kurzer Unterhaltung schlagen die Beiden vor, dass ich doch gleich neben ihnen zelten soll. So mache ich es dann auch.
 


21. Tag
Niederalteich - Tittling - Grafenau. 58 km

Auf dem mir bestens vertrauten Donau-Ilz-Radweg fahre ich nach Tittling. Auf der ehemaligen Bahntrasse gibt es nur wenige leichte Steigungen. Kurz bevor ich zu Hause bin, muss ich doch noch einmal die Regenjacke überziehen. Die habe ich aber auf der gesamten Reise nur zwei Mal gebraucht.

Fazit: Es war eine tolle, spannende Radreise, auf der ich von jeglichen Pannen und Stürzen verschont blieb. In Italien, Kroatien und Slowenien werde ich bestimmt bald wieder mit dem Rad unterwegs sein.